_die andere seite des stolzes_
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Die andere Seite des Stolzes · Kamerun, 2025
Kein Lächeln, keine Pose, keine Abwehr – etwas dazwischen. Ein Blick von unten, verletzlich und aufrecht zugleich. Stolz wird meistens laut erzählt. Hier ist er still. Ein Mann, der sich zeigt, wie er gerade ist. Nicht mehr, nicht weniger. Die andere Seite des Stolzes: sich nicht verstecken müssen.
The Other Side of Pride · Cameroon, 2025
No smile, no pose, no defence – something in between. A gaze from below, vulnerable and upright at once. Pride is usually told loudly. Here it's quiet. A man showing himself as he is. Nothing more, nothing less. The other side of pride: not having to hide.
Die Geschichte hinter dem Photo
die andere Seite des Stolzes
Kamerun, 2025. Er schaut hoch zu mir, leicht von unten, und in seinen Augen liegt etwas, das ich nicht sofort einordnen konnte. Kein Lächeln, keine Abwehr, keine Pose. Etwas dazwischen. Etwas Verletzliches, das sich nicht versteckt, aber auch nicht aufdrängt.
Seine Hand greift nach vorne, unscharf, als würde er gleichzeitig etwas anbieten und festhalten. Das Bild kippt genau an dieser Stelle: Ist das eine Geste der Offenheit oder eine, die sagt – bis hierhin und nicht weiter?
Stolz wird meistens laut erzählt. Aufrechter Gang, breite Schultern, Blick nach vorne. Aber es gibt eine andere Seite. Die, die man sieht, wenn jemand sich zeigt, obwohl er weiß, dass das Zeigen wehtun kann. Wenn einer dasitzt, an eine Wand gelehnt, in einfacher Kleidung, und trotzdem nicht klein wirkt. Nicht weil er sich groß macht, sondern weil er sich nicht kleiner macht, als er ist.
Dieses Porträt ist kein Heldenbild. Es ist das Bild eines Mannes, der mir erlaubt hat, ihn so zu sehen, wie er gerade war. Nicht mehr und nicht weniger. Und genau das ist die andere Seite des Stolzes: sich nicht verstecken müssen.